25. Mai 2016

Beim Barbier – Die Wellnessoase für den Mann

Immer wieder werde ich von vielen Personen in meinem Freundes-, Bekannten- und Verwandtenkreis gefragt, warum ich alle zwei Wochen meinem Barbier einen Besuch abstatte, trotz wohl höherer Preise als beim normalen Coiffeur und obwohl es sich doch lediglich um Haare handle. Lediglich um Haare? Legt der barttragende Mann Wert auf sein Äußeres, so ist ein Besuch beim Barbier unumgänglich. Spätestens nach dem ersten Termin hat man, ohne nur mit einer Wimper zu zucken, auch eine glasklare Antwort auf die Frage nach dem Preis.

Als nun doch schon sehr routinierter Bartträger möchte ich natürlich, dass mein Haarstyling und meine Gesichtsbehaarung im Einklang sind und ein abgestimmtes Gesamtbild abgeben. Barthaare sind in den meisten Fällen härter, struppiger und wachsen schneller, sodass sie auch eine adäquate Pflege benötigen; und um ehrlich zu sein, bin ich mit meinen wuchernden Gesichtshärchen von Zeit zu Zeit etwas überfordert. Zusätzlich bieten normale Friseurläden auch keinen Bartschnitt oder jegliche dazugehörige Behandlung an. Du kannst beim Barbier deiner Wahl somit entscheiden: Bartschnitt bzw. -rasur, oder komplettes Umstyling, also Kopfbehaarung und Bart.

Natürlich darf man die eigenständige, tägliche Pflege mit den geeigneten Produkten zB mit dem Pre Shave Oil oder der Shave Cream von Viktor & Rolf, die der Bartbehaarung unglaubliche Düfte verleihen, nicht vergessen. Mit Bartkamm, Bartbürste (am besten Naturborsten) und Schere kann man bei der Form der Behaarung auch schon mal selbst Hand anlegen und zu einem halbwegs zufriedenstellenden Ergebnis kommen. Nach einiger Zeit möchte man sich dann aber doch mal in professionelle Hände begeben, die auch zu 100 Prozent wissen was sie tun. Der Besuch beim Barbier muss in den meisten Fällen jedoch schon weit im Voraus geplant werden. Termine in den guten Shops Wiens, mit ihrem maskulinen Ambiente, sind in der Regel ca. ein Monat vorher auszumachen.

 

Ist der gewünschte Tag gekommen, so beginnt der richtige Einstieg beim Barbierbesuch mit der Frage aller Fragen – nach dem gewünschten Drink. Normalerweise werden in diesen „Oasen“ für den Mann ausgezeichnete Whiskeys oder Gins, mit den dazugehörigen Tonic Waters, empfohlen. Natürlich kann man je nach Tageszeit auch ein koffeeinhaltiges Heißgetränk, oder andere alkoholfreie Getränke bestellen.

Nach Platznahme am Barbierstuhl gibt es erstmal eine kurze Stylingabsprache mit dem jeweiligen Barbier. Meistens haben die Profis auch schon konkrete Vorschläge bzw. Vorstellungen wie sie euch helfen können und wissen wohl was das Beste für den Kunden ist. Beim kompletten Umstyling wird bei der Frisur begonnen. Gekonnt wird mit Kamm, Schere und elektronischem Trimmer die klassische Männerfrisur, der Undercut, entstehen. Seitlich kahl geschoren, oder bis auf wenige Milimeter getrimmt, bleibt das Deckhaar in seiner bestehenden Länge oder wird allenfalls nur etwas gekürzt oder ausgedichtet. Diese Frisur überzeugt in allen ihren Variationen, bringt die Kopfform zur Geltung und überzeugt mit Zeitlosigkeit.

In weiterer Folge kommen wir zum eigentlichen Highlight des Barbierbesuches – der Behandlung eures kostbaren Bartes. Egal ob Vollbart, Schnauzer oder Kahlrasur – beim Barbier eures Vertrauens seid ihr jederzeit bestens aufgehoben. Schnauzer und Kahlrasur benötigen logischerweise eine Nassrasur und die ist beim richtigen Barbier einfach unschlagbar. Mit den einzigartigen, männlich riechenden Präparaten wird die Haut für die bevorstehende Beanspruchung des Rasiermessers beruhigt. Darauf folgt eine heiße Kompresse (heißes Handtuch) die im Gesicht so platziert wird, dass lediglich die Nase zum Atmen frei bleibt. Die feuchte Hitze dient dazu die Poren zu öffnen um in weiterer Folge die Haut bei der Rasur nicht zu verletzen und diese so angenehm wie möglich zu gestalten. Während man in einen kleinen Wellnessurlaub abtaucht, kann man den Barbier auch schon den Rasierschaum anrühren hören, der darauffolgend auf die Bartstoppeln bzw. -haare (Kahlrasur) aufgetragen wird. Wenn der Barbier beginnt mit dem scharfen Rasiermesser gekonnt die Haare samt dem Schaum vom Gesicht zu streifen, so wird man endgültig den Begriff „Wellness“ für den Mann neu definieren müssen. Nach dem vorsichtigen Entfernen jedes einzelnen Haares, wird mit kaltem Handtuch das Gesicht beruhigt und die Poren beginnen sich wieder zu schließen.

 

Das Prozedere für Vollbartträger sieht nur leicht anders aus. In Form gebracht wird der Vollbart nämlich schon vor dem Auflegen der heißen Kompresse. Hierzu verwendet der Barbier ebenfalls sein klassisches Werkzeug Schere, Kamm, aber auch den elektronischen Trimmer um einen perfekten Übergang zum Kopfhaar herzustellen. Nachdem der Bart in die gewünschte Form gebracht wurde, startet auch für ihn die bereits bekannte Prozedur. Logischerweise werden beim Vollbart aber nicht alle Haare mit dem Rasiermesser entfernt, sondern lediglich jene die den Übergang zu den Wangen und dem Hals darstellen. So entsteht durch diese Symbiose aus Kopfbehaarung und Bart das klassische männliche Erscheinungsbild.

 

Für mich ist der Besuch beim Barbier zu einem absoluten Fixtermin geworden wie für so manche Frauen ein Termin bei der Pedi- bzw. Maniküre oder für andere der Besuch im Fitnessstudio. Natürlich kann man die Pflege des Bartes jederzeit auch selbst in die Hand nehmen, allerdings wird man nie und nimmer ein so zufriedenstellendes Endergebnis erzielen wie beim Profi. Darüber hinaus wachsen einem die Leute Vorort nach mehreren Besuchen einfach ans Herz, die köstlichen Drinks wohl ebenfalls, und nach dem einmaligen Wohlfühlerlebnis kommt man einfach nicht mehr umhin sich öfter im Barbierstuhl fallen zu lassen.

Alles Liebe und bärtige Grüße, euer Michael

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